Die Harpyie * Megan Hunter

Ich glaube an Vergebung. Sie auch, vermute ich?“

Als Lucy erfährt, dass ihr Ehemann Jake sie betrügt, soll eine verhängnisvolle Abmachung die Ehe retten: Drei Mal darf Lucy Jake bestrafen. Wann und auf welche Weise, entscheidet sie. Ein gefährliches Spiel zwischen Rache und Vergebung entbrennt – und schließlich erwacht eine Seite in Lucy, die schon immer tief in ihr geschlummert hat. Bildreich und sprachmächtig erzählt Megan Hunter ein atemberaubendes, dunkles Märchen über eine Verwandlung, aus der es kein Zurück mehr gibt.

Lucy und Jake Stevenson leben mit ihren beiden Söhnen am Rande einer wohlhabenden Kleinstadt in England. Während Jake täglich zur Universität pendelt, arbeitet Lucy von zu Hause aus und kümmert sich um die Kinder. Doch eines Nachmittags zerstört ein Anruf die Familienidylle: Jemand möchte Lucy wissen lassen, dass Jake eine Affäre mit einer Arbeitskollegin hat. Das Paar beschließt zusammenzubleiben, trifft aber eine Vereinbarung als Ausgleich für den Verrat: Lucy wird sich drei Mal an Jake rächen – und er weiß nicht, wann und auf welche Weise. Während die beiden sich auf ein subtiles Spiel um Verbrechen und Strafe einlassen, beginnen sich Lucys Körper und Geist allmählich zu verändern, die Grenzen zwischen Wahn und Wirklichkeit verschwimmen – eine Verwandlung, die sich nicht mehr aufhalten lässt … «Die Harpyie» erzählt eine packende Geschichte über Liebe und Verrat, Mutterschaft und Frausein, Wut und Befreiung. Ein Roman von archaisch-mythologischer Kraft und zugleich gegenwärtiger gesellschaftlicher Relevanz. Klappentext

„Ich war keine Mutter. Ich war ein dummes Mädchen, das gestolpert und in dieser Art von Leben gelandet war.“

S. 173

Bei diesem Roman von Megan Hunter weiß ich gar nicht so recht wo ich anfangen soll. War es brilliant? War es verstörend? War es überzeugend?

Diese Story ist eine Charakterstudie eingebettet in einem idyllischen Familienleben. So scheint es auf dem ersten Blick. Doch Lucys Charakter ist düster und die Ehe kaputt. Ihr Mann Jake hat sie mit einer Arbeitskollegin betrogen und sie einigen sich darauf, dass sie sich drei mal an ihm rächen darf. Als Leser tastet man sich langsam durch unheilvolle Vorahnungen. Die Geschichte hat eine gewisse Sogwirkung und hat mich in einen Strudel aus Bildern, Poesie und Fabelwesen gezogen. Die Mischung aus Realität und Fiktion spitzt ich am Ende zu und lies mich verwirrt zurück.

Dieses Buch ist sicherlich kein Mainstream und trifft nicht jeden Geschmack. Als Lesetipp würde ich diesen Roman – der auch großartig übersetzt wurde von Ebba D. Drolshagen – Leser:innen empfehlen, die sich für weibliche Abgründe interessieren und sich generell von Psychologie angesprochen fühlen.

Megan Hunter * Die Harpyie

ISBN: 978 3 406 76663 3

C.H. Beck Verlag, 9. April 2021

Hardcover 22€

Übersetzt von Ebba D. Drolshagen, Lektorat C.H.Beck

Veröffentlicht von

Buch & Schöpfer

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3 Kommentare zu „Die Harpyie * Megan Hunter

    1. Liebe Nicole, wieder mal bin ich gespannt, was du dazu sagst, wenn du es gelesen hast. Dieser Roman geht in den Kritiken ja etwas auseinander. Freu mich auf deine Meinung. LG, Anne

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